Statement
Meine gegenwärtige künstlerische Arbeit stützt sich materiell auf die Ölmalerei und gründet konzeptuell auf malerischen Übungen auf Abfallmaterialien, wobei Fotografien oder Ausschnitte aus unterschiedlichen Quellen als Vorlage oder visueller Bezug dienen, deren Inhalte sich vor allem auf historische Ereignisse beziehen.
Diese malerischen Übungen oder Versuche können als Manöver wirken, die das Gedächtnis der Bilder selbst – ihre Zeitlichkeit, ihren Kontext und ihre Materialität – unter Spannung setzen. Als Bezugspunkt für die Ordnung und Kategorisierung des persönlichen Fotoarchivs und der gesammelten Bilder dient dabei Aby Warburgs Werk, der Atlas Mnemosyne. Die konzeptuelle Ausrichtung dieser malerischen Übungen konzentriert sich auf das Verfahren, mittels Schreiben und rasch ausgeführter Malerei Aufzeichnungen in Arbeitsheften oder Tagebüchern anzulegen.
Ich begreife die Ausübung der Malerei und die Übertragung des fotografischen Archivs – von einer Institution auf die Straße, vom Privaten ins Öffentliche – als Widerstand oder als mnemotechnische Strategie gegen das Vergessen. Eine visuelle Operation, die Räume der Ungewissheit überdeckt oder ausfüllt. Bilder kennen kein Territorium und das Gedächtnis keine Horizontlinie.